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marcandClaude Opus 5 89f0817dcb docs: Bestandsaufnahme 12.09.2026
Einmal durch die ganze Cloud, geordnet nach dem, was passieren kann.
Gemessen statt geschaetzt: Routen aus main.go extrahiert und gegen die
Rechtepruefungen abgeglichen, govulncheck ueber den ganzen Baum, Zeilen und
Testumfang je Paket gezaehlt.

Drei Befunde, ein Abschnitt darueber, was in Ordnung ist (eine Liste nur aus
Maengeln gibt ein falsches Bild), und eine vorgeschlagene Reihenfolge.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-12 14:22:41 +02:00

6.5 KiB

Bestandsaufnahme, 12.09.2026

Einmal durch die ganze Cloud: Code, Sicherheit, offene Enden. Geordnet nach dem, was passieren kann — nicht nach Aufwand.

Was hier steht, ist gemessen, nicht geschätzt: Routen aus main.go extrahiert und gegen die Rechteprüfungen in den Handlern abgeglichen, govulncheck über den ganzen Baum, Zeilen und Testumfang je Paket gezählt.


1 · Ein Bild-Upload kann den Prozess töten

Schwere: hoch. Jeder Kontoinhaber, normale Bedienung.

cmd/aether/main.go:702 erzeugt das Vorschaubild in einer nackten Goroutine:

go func() {
    …
    thumbnails.Generate(ctx, st, …)   // dekodiert eine hochgeladene Datei
}()

Chis Recoverer hängt am Anfragebehandler. Eine Panik in einer eigenen Goroutine fängt er nicht — sie nimmt den ganzen Go-Prozess mit. Docker startet ihn neu (restart: unless-stopped), aber jeder gerade laufende Upload stirbt mit, und wer die Datei noch einmal hochlädt, wiederholt das Spiel.

Die passende Lücke war offen: GO-2026-5061, Panik im WebP-Dekodierer bei unstimmiger Alphakanal-Größe. Behoben am 12.09.2026 durch x/image 0.42 → 0.45 (ef60497).

Damit ist die Hälfte erledigt, nicht das Problem. Die Bauweise bleibt: Der nächste Dekodierer-Fehler trifft genauso, und Bilddekodierer sind eine Gattung, in der regelmäßig etwas gefunden wird. Vier weitere Goroutinen dieser Art gibt es: internal/sharing/handler.go:232 und main.go:185 (beide nur Datenbank, harmlos), internal/gc/gc.go:257, und der OCR-Arbeiter (go worker.Run(ctx)), der Fremdprogramme aufruft und deren Ausgabe liest.

Vorschlag: Ein kleines sicher(func()) in pkg/middleware oder daneben, das recover() macht und die Panik protokolliert, statt sie durchzulassen — und alle Hintergrund-Goroutinen darüber starten. Fünf Zeilen, eine Stelle.

Der Unterschied ist wichtig: Die Version zu heben schließt diese Lücke. Der recover schließt die Gattung.


2 · Beschädigte Downloads werden erkannt und verschwiegen

Schwere: mittel. Datenintegrität, still.

internal/files/handler.go:496 rechnet beim Ausliefern die Prüfsumme mit — genau so, wie es die Projektregel verlangt („SHA-256: beim Upload berechnen, beim Download verifizieren"). Nur passiert bei einer Abweichung nichts:

actual := hex.EncodeToString(h256.Sum(nil))
if actual != f.Checksum {
    // Log corruption; headers already sent, can't change status.
    // TODO: alert / observability hook
    _ = actual
}

Kein Logeintrag, kein Zähler, keine Meldung. Der Kommentar sagt, was fehlt.

Dass der Statuscode nicht mehr zu ändern ist, stimmt — die Kopfzeilen sind längst draußen. Aber still muss es deshalb nicht sein. Ein log.Error() mit Datei-ID, erwarteter und tatsächlicher Summe kostet nichts und ist der Unterschied zwischen „ich habe eine kaputte Datei" und „ich habe eine kaputte Datei und weiß es seit drei Monaten nicht".

Zweitens ließe sich die Verbindung abbrechen, statt sie sauber zu beenden: Der Browser zeigt dann einen abgebrochenen Download statt einer heilen Datei mit falschem Inhalt. Das ist die ehrlichere Ausgabe.

Vorschlag: Logeintrag jetzt, Abbruch dazu. Beides zusammen unter zehn Zeilen.


3 · Vier Pakete ohne einen einzigen Go-Test

Schwere: mittel. Nicht was heute kaputt ist, sondern was morgen still kaputtgeht.

Paket Zeilen Test Aussenpruefung
internal/tags 1132 0 keine
internal/documents (OCR, Volltext) 1008 0 keine
internal/sharing 382 0 Python-Selbsttest, 24 Prüfungen
internal/rescan 479 0 Python-Selbsttest, 20 Prüfungen
internal/audit 207 0 keine
internal/thumbnails 113 0 keine

Bei sharing und rescan deckt wenigstens ein Selbsttest die Außenseite ab. Bei documents und tags gar nichts — und documents ist das Stück, das aus scan_0042.pdf ein auffindbares Dokument macht. Genau der Grund, aus dem Aether das Rechnungsarchiv ist.

Vorschlag: Nicht auf Abdeckung zielen, sondern auf die Stellen, an denen ein Fehler still bleibt: Beim OCR die Warteschlange (Versuche, Aufgeben, Wiederaufnahme nach hartem Abbruch), bei den Etiketten die Rechteprüfung — Etiketten sind je Konto, und das prüft heute nichts nach.


4 · Was in Ordnung ist

Der Vollständigkeit halber, weil eine Liste nur aus Mängeln ein falsches Bild gibt:

  • Alle 27 Admin-Routen prüfen serverseitig auf Adminrecht. Zwei Ausnahmen sind Absicht und dokumentiert: GET /admin/settings liest jeder Angemeldete (Theming — und es liegen dort nur sechs Branding-Schlüssel, nachgesehen), GET /ocr ist der eigene Erkennungsstand ohne Adminrecht.
  • Kein einziges zusammengesetztes SQL. Alles parametrisiert.
  • Inline-Auslieferung nur über eine Positivliste harmloser Typen, mit sandbox, und allow-scripts ausschließlich für PDF.
  • Ratenbegrenzung an jeder unangemeldeten Tür, die eines braucht: Anmeldung (20/min), WebDAV, CalDAV, Freigabelinks (je 10 Fehlversuche / 15 Minuten). Die übrigen offenen Wege (/health, /branding, /manifest.webmanifest, /api/v1/public/config) geben nichts preis.
  • Kein dangerouslySetInnerHTML, kein eval im Frontend.
  • Sechs Selbsttest-Suiten, 220 Prüfungen gegen die laufende Instanz, dazu 37 Frontend-Tests und die Go-Tests.

5 · Kleinere offene Enden

  • internal/groups ist ein leerer Stub (0 Zeilen). Gruppenordner liegen in files/groupfolder.go. Entweder das Verzeichnis weg oder der Code dorthin — ein leeres Paket im Baum ist eine Frage, die jeder einmal stellt.
  • favicon_storage_key steht als leere Zeile in den Einstellungen; die Funktion heißt seit dem App-Symbol anders. Schadet nichts, wird ignoriert.
  • Die Fehlversuchssperren liegen im Arbeitsspeicher. Ein Neustart des Containers hebt jede Sperre auf. Für den Hausgebrauch vertretbar; wer es anders will, braucht eine Tabelle.
  • Frontend ohne Komponententests. vitest läuft jetzt (37 Tests), aber nur über reine Funktionen — für DOM-Tests fehlt jsdom in den devDependencies.

Reihenfolge, die ich vorschlagen würde

  1. recover in die Hintergrund-Goroutinen (Punkt 1, Rest). Klein, und es schließt eine Gattung statt eines Einzelfalls.
  2. Prüfsummen-Abweichung melden (Punkt 2). Zehn Zeilen für eine Auskunft, die es sonst nie gibt.
  3. Tests für documents (Punkt 3). Das Paket, dessen stilles Versagen am teuersten ist: Die Suche findet dann einfach nichts, und das sieht aus wie „ist nicht drin".