# Bestandsaufnahme, 12.09.2026 > **Stand 24.09.2026.** Dieses Dokument ist die Aufnahme vom 12.09. Was seither > erledigt wurde, steht an Ort und Stelle durchgestrichen oder vermerkt; die > Kurzfassung: > > | | | > |---|---| > | Punkte 1, 2, 2b, 3 (teilweise) | ✅ erledigt | > | Go-Tests `documents`, `tags` | ✅ 12 Testfunktionen | > | Go-Tests `sharing` | ✅ 6 Testfunktionen (25.09.) | > | Go-Tests `rescan` | ✅ 5 Testfunktionen (26.09.) – dabei eine fehlende Notbremse gefunden | > | Go-Tests `audit`, `thumbnails` | **bewusst nicht** – siehe unten | > | Frontend-DOM-Tests | ✅ jsdom seit 18.09., 46 Tests | > > Dazwischen lag eine Woche Oberflächenarbeit, die hier nicht auftaucht, weil > sie keine Befunde abarbeitete: Rückmeldungen mit Rückgängig, Platzhalter, > Leerzustände, Sprache vereinheitlicht, `Intl`. Steht in > [TESTING.md](TESTING.md). Einmal durch die ganze Cloud: Code, Sicherheit, offene Enden. Geordnet nach dem, was passieren kann — nicht nach Aufwand. Was hier steht, ist **gemessen**, nicht geschätzt: Routen aus `main.go` extrahiert und gegen die Rechteprüfungen in den Handlern abgeglichen, `govulncheck` über den ganzen Baum, Zeilen und Testumfang je Paket gezählt. --- ## 1 · Ein Bild-Upload kann den Prozess töten **Schwere: hoch. Jeder Kontoinhaber, normale Bedienung.** `cmd/aether/main.go:702` erzeugt das Vorschaubild in einer **nackten Goroutine**: ```go go func() { … thumbnails.Generate(ctx, st, …) // dekodiert eine hochgeladene Datei }() ``` Chis `Recoverer` hängt am Anfragebehandler. Eine Panik in einer *eigenen* Goroutine fängt er nicht — sie nimmt den **ganzen Go-Prozess** mit. Docker startet ihn neu (`restart: unless-stopped`), aber jeder gerade laufende Upload stirbt mit, und wer die Datei noch einmal hochlädt, wiederholt das Spiel. Die passende Lücke war offen: **GO-2026-5061**, Panik im WebP-Dekodierer bei unstimmiger Alphakanal-Größe. Behoben am 12.09.2026 durch `x/image` 0.42 → 0.45 (`ef60497`). **Damit ist die Hälfte erledigt, nicht das Problem.** Die Bauweise bleibt: Der nächste Dekodierer-Fehler trifft genauso, und Bilddekodierer sind eine Gattung, in der regelmäßig etwas gefunden wird. Vier weitere Goroutinen dieser Art gibt es: `internal/sharing/handler.go:232` und `main.go:185` (beide nur Datenbank, harmlos), `internal/gc/gc.go:257`, und der OCR-Arbeiter (`go worker.Run(ctx)`), der Fremdprogramme aufruft und deren Ausgabe liest. **✅ Erledigt am 12.09.2026.** `pkg/bg` mit zwei Funktionen: * `bg.Go(name, fn)` – startet eine Goroutine, die eine Panik überlebt. * `bg.Run(name, fn)` – dasselbe ohne eigene Goroutine, für Schleifen. Der Unterschied ist keine Feinheit: Fängt man eine Panik um den **ganzen** Arbeiter herum ab, überlebt der Prozess – aber der Arbeiter ist tot, und von da an wird still keine Datei mehr erkannt. Der OCR-Arbeiter sichert deshalb jeden **Auftrag** einzeln ab; ein unverdauliches Dokument kostet dann genau sich selbst. Umgestellt: Vorschaubild, Bestand nachtragen, Freigabe-Zähler, Speicherbereinigung, OCR-Arbeiter. Eine nackte Goroutine bleibt mit Begründung im Code – die Signalbehandlung beim Herunterfahren; ein recover brächte dort nichts, weil `main` ohnehin wartete, und sie fasst keine fremden Daten an. Eine aufgefangene Panik wird mit Stapel und Herkunftsname protokolliert. Sie ist ein Fehler und bleibt einer – sie reißt nur nichts mehr mit. Vier Tests in `pkg/bg/bg_test.go`, darunter der, auf den es ankommt: Eine Schleife läuft nach einer Panik im dritten Durchgang weiter. > Der Unterschied ist wichtig: Die Version zu heben schloss **diese** Lücke. > Der `recover` schließt die **Gattung**. --- ## 2 · Beschädigte Downloads werden erkannt und verschwiegen **Schwere: mittel. Datenintegrität, still.** `internal/files/handler.go:496` rechnet beim Ausliefern die Prüfsumme mit — genau so, wie es die Projektregel verlangt („SHA-256: beim Upload berechnen, beim Download verifizieren"). Nur passiert bei einer Abweichung nichts: ```go actual := hex.EncodeToString(h256.Sum(nil)) if actual != f.Checksum { // Log corruption; headers already sent, can't change status. // TODO: alert / observability hook _ = actual } ``` Kein Logeintrag, kein Zähler, keine Meldung. Der Kommentar sagt, was fehlt. Dass der Statuscode nicht mehr zu ändern ist, stimmt — die Kopfzeilen sind längst draußen. Aber **still** muss es deshalb nicht sein. Ein `log.Error()` mit Datei-ID, erwarteter und tatsächlicher Summe kostet nichts und ist der Unterschied zwischen „ich habe eine kaputte Datei" und „ich habe eine kaputte Datei und weiß es seit drei Monaten nicht". Zweitens ließe sich die Verbindung abbrechen, statt sie sauber zu beenden: Der Browser zeigt dann einen abgebrochenen Download statt einer heilen Datei mit falschem Inhalt. Das ist die ehrlichere Ausgabe. **✅ Erledigt am 12.09.2026.** Beides – und ein Drittes, das dabei herauskam. Der Logeintrag nennt Datei-ID, Speicherschlüssel, erwartete und gelesene Summe. Dazu wird die Verbindung fallen gelassen (`panic(http.ErrAbortHandler)`, den chis Recoverer ausdrücklich durchreicht). **Damit das überhaupt wirkt, mussten die letzten 32 KiB zurückgehalten werden.** Sonst wäre die Datei beim Erkennen des Fehlers längst vollständig beim Empfänger, und der Abbruch käme zu spät: Die Kopfzeilen sind draußen, die Bytes auch. Ein `tailWriter` reicht deshalb alles durch außer dem Schluss; erst wenn die Summe stimmt, darf der hinterher. Stimmt sie nicht, bekommt die Gegenstelle weniger Bytes als im `Content-Length` angekündigt – und wertet das als Fehler statt als Datei. Geprüft in `scripts/pruefsumme-selbsttest.py` (14 Prüfungen): Der Test kippt ein Bit **auf der Platte**, nicht im Programm, und zwar in der Mitte der Datei, damit der Fehler nicht schon an der Länge auffällt. Zwei Größen – über und unter den 32 KiB, denn bei einer kleinen Datei wird gar nichts herausgegeben. Und er prüft zuerst, dass eine **heile** Datei vollständig durchkommt; ohne das bewiese der Rest nichts. --- ## 2b · Und der Fund dahinter: 34 Logaufrufe schrieben ins Nichts **Schwere: hoch, indirekt. Ein Fehler, der andere Fehler versteckt.** Der neue Logeintrag blieb beim ersten Testlauf aus, obwohl der Abbruch funktionierte. Ursache: ```go func Ctx(ctx context.Context) *Logger { if l, ok := ctx.Value(ctxKey{}).(*Logger); ok { return l } else if l = DefaultContextLogger; l != nil { return l } return disabledLogger // ← hier landete alles } ``` `zerolog.Ctx` liefert einen **abgeschalteten** Logger, wenn im Kontext keiner steckt und kein Standard gesetzt ist. Aethers `middleware.Logger` hängte nie einen hinein, und `DefaultContextLogger` war nie gesetzt. **Alle 34 `log.Ctx(...)`-Aufrufe im Baum schrieben damit ins Nichts.** Darunter: * die Warnung, dass beim Zurückrollen einer Fassung ein Blob verwaist ist (`files/handler.go`, `files/replace.go`, `handler_versions.go`) * gescheiterte Suchen * Fehler der Speicherbereinigung * die neue Meldung über beschädigte Dateien Das ist die unangenehmste Art Fehler: Der Aufruf sieht richtig aus, `go vet` schweigt, und auffallen kann es nur, wenn man den Fehler herbeiführt, den die Zeile melden soll. **Behoben zweifach:** `zerolog.DefaultContextLogger` beim Start gesetzt (deckt auch Hintergrundarbeit mit eigenem Kontext ab), und `middleware.Logger` hängt zusätzlich einen Logger mit `request_id` in den Anfragekontext – damit bei zwei gleichzeitigen Downloads erkennbar bleibt, welche Meldung zu welchem gehört. Zwei Tests in `pkg/middleware/logger_test.go` halten es fest. --- ## 3 · Vier Pakete ohne einen einzigen Go-Test **Schwere: mittel. Nicht was heute kaputt ist, sondern was morgen still kaputtgeht.** | Paket | Zeilen | Test (24.09.) | Aussenpruefung | |---|---:|---:|---| | `internal/tags` | 1338 | **4** ✅ | keine | | `internal/documents` (OCR, Volltext) | 1243 | **8** ✅ | keine | | `internal/sharing` | 347 | **6** ✅ | Python-Selbsttest, 31 Prüfungen | | `internal/rescan` | 435 | **5** ✅ | Python-Selbsttest, 20 Prüfungen | | `internal/audit` | 180 | **0** | keine | | `internal/thumbnails` | 95 | **0** | keine | Bei `sharing` und `rescan` deckt wenigstens ein Selbsttest die Außenseite ab. Bei **`documents` und `tags` gar nichts** — und `documents` ist das Stück, das aus `scan_0042.pdf` ein auffindbares Dokument macht. Genau der Grund, aus dem Aether das Rechnungsarchiv ist. **Teilweise erledigt am 12.09.2026:** `internal/documents` hat jetzt acht Tests — gezielt auf die drei Zustände, in denen die Warteschlange hängenbleiben kann, ohne dass es auffällt (Details in [TESTING.md](TESTING.md)). Dazu `scripts/db-tests.sh`, damit sie nicht wie `vitest` zur Dekoration werden: Sie überspringen sich ohne `TEST_DSN` und liefen sonst nie. Gegengeprüft an absichtlich kaputtem Code — und **der zweite Versuch blieb grün**: `maxAttempts` von 3 auf 9999 gesetzt, alle Tests weiter in Ordnung, nur die Laufzeit stieg von 0,2 auf 27 Sekunden. Die Tests schleiften über die Konstante und setzten die Zahl voraus, statt sie zu prüfen. Dagegen steht jetzt ein eigener Test. **`internal/tags` ebenfalls erledigt am 12.09.2026.** Fünf Tests, alle auf dieselbe Frage: Bleibt ein fremdes Etikett fremd – in der Liste, beim Umbenennen, beim Löschen, beim Anhängen an die eigene Datei, und vor allem beim **Auflisten der Dateien darunter**. Der letzte Weg gibt Dateinamen, Ordner und Größen heraus; wer dort eine fremde Etikett-ID errät, sähe einen Ausschnitt aus fremden Unterlagen. Auch hier gegen kaputten Code gegengeprüft: Eigentümerprüfung aus `FilesWithTag` entfernt → *„Bert sieht 1 fremde Dateien: Gehaltsabrechnung.pdf"*. Prüfung in `SetFieldsForFile` ausgehebelt → zwei Tests rot. **Ein Verdacht erwies sich dabei als falsch, und das ist der nützlichere Ausgang:** `List` bietet Gruppen-Etiketten an, `SetFieldsForFile` vergleicht gegen den Prinzipal der *Datei* – das sah nach einem Widerspruch aus, bei dem die Oberfläche etwas anbietet, was der Server ablehnt. Ist keiner: Die Oberfläche filtert bereits (`TagDialog.tsx:69`). Und die Ablehnung ist nicht Förmlichkeit, sondern die tragende Absicherung – `FilesWithTag` prüft, ob man das *Etikett* sehen darf, **nicht** die *Datei*. Das ist nur deshalb harmlos, weil ein Etikett stets denselben Prinzipal hat wie die Dateien darunter. Fiele die Prüfung weg, hinge an einem Gruppen-Etikett eine private Datei, und jedes Gruppenmitglied sähe ihren Namen. Der Test hält jetzt diesen Zusammenhang fest, nicht bloß eine Fehlermeldung. Nebenbei: `internal/tags` hat **zwei** Fehlermarken für dieselbe Aussage – `ErrNotFound` und `ErrCorrespondentNotFound`. Kein Fehler, aber eine Stolperstelle; jetzt wenigstens festgehalten. **Offen bleiben** `internal/sharing`, `internal/rescan` (beide mit Python-Selbsttest), `internal/audit` und `internal/thumbnails`. --- ### `audit` und `thumbnails`: bewusst ohne Go-Tests (26.09.2026) Nicht vergessen, sondern entschieden. Ein Fehler in `thumbnails` (95 Zeilen) erzeugt ein hässliches Vorschaubild; einer in `audit` (180 Zeilen) kostet einen Protokolleintrag. Beide schreiben nichts kaputt und löschen nichts. Tests dafür wären Häkchen, keine Absicherung – und sie kosten dieselbe Aufmerksamkeit wie die Stellen, an denen wirklich etwas passieren kann. Wer sie später doch will, hat damit wenigstens die Gegenrede. ## 4 · Was in Ordnung ist Der Vollständigkeit halber, weil eine Liste nur aus Mängeln ein falsches Bild gibt: * **Alle 27 Admin-Routen prüfen serverseitig auf Adminrecht.** Zwei Ausnahmen sind Absicht und dokumentiert: `GET /admin/settings` liest jeder Angemeldete (Theming — und es liegen dort nur sechs Branding-Schlüssel, nachgesehen), `GET /ocr` ist der eigene Erkennungsstand ohne Adminrecht. * **Kein einziges zusammengesetztes SQL.** Alles parametrisiert. * **Inline-Auslieferung nur über eine Positivliste** harmloser Typen, mit `sandbox`, und `allow-scripts` ausschließlich für PDF. * **Ratenbegrenzung an jeder unangemeldeten Tür**, die eines braucht: Anmeldung (20/min), WebDAV, CalDAV, Freigabelinks (je 10 Fehlversuche / 15 Minuten). Die übrigen offenen Wege (`/health`, `/branding`, `/manifest.webmanifest`, `/api/v1/public/config`) geben nichts preis. * **Kein `dangerouslySetInnerHTML`, kein `eval`** im Frontend. * **Sechs Selbsttest-Suiten, 220 Prüfungen** gegen die laufende Instanz, dazu 37 Frontend-Tests und die Go-Tests. --- ## 5 · Kleinere offene Enden * **`internal/groups` ist ein leerer Stub** (0 Zeilen). Gruppenordner liegen in `files/groupfolder.go`. Entweder das Verzeichnis weg oder der Code dorthin — ein leeres Paket im Baum ist eine Frage, die jeder einmal stellt. * **`favicon_storage_key`** steht als leere Zeile in den Einstellungen; die Funktion heißt seit dem App-Symbol anders. Schadet nichts, wird ignoriert. * **Die Fehlversuchssperren liegen im Arbeitsspeicher.** Ein Neustart des Containers hebt jede Sperre auf. Für den Hausgebrauch vertretbar; wer es anders will, braucht eine Tabelle. * ~~**Frontend ohne Komponententests.**~~ ✅ **18.09.2026:** `jsdom` ist in den devDependencies, die Umgebung bleibt `node` (schnell); wer ein DOM braucht, schreibt `// @vitest-environment jsdom` an den Anfang seiner Datei. 46 Tests, davon vier gegen ein DOM. Der erste davon hat sofort einen Fehler gefunden – in der Behebung vom Vortag (`useBackClose`). **Was er nicht leistet, steht dabei:** Den ursprünglichen Fehler bildet jsdom nicht ab; es verwirft einen Verlaufssprung, sobald `pushState` folgt. Dafür bräuchte es einen echten Browser (Playwright). Nachgeprüft, nicht vermutet: mit der alten, kaputten Fassung blieben alle Tests grün. --- ## Reihenfolge, die ich vorschlagen würde 1. ~~`recover` in die Hintergrund-Goroutinen~~ ✅ 12.09.2026 2. ~~Prüfsummen-Abweichung melden~~ ✅ 12.09.2026 – und dabei fiel auf, dass **alle** kontextgebundenen Logzeilen ins Nichts gingen (2b). 3. ~~Tests für `documents`~~ ✅ und ~~`tags`~~ ✅ 12.09.2026.