# Kalender in Aether – Plan Stand 02.09.2026. Ausgangspunkt: Radicale ist für einen einfachen selbst gehosteten Kalender überraschend umständlich (Konfigurationsdateien, dünne Doku, keine OIDC-Anbindung). ## Festgelegt (02.09.2026) - **Mehrere Kalender** von Anfang an. Nicht weil es heute drei sein müssen, sondern weil es jetzt eine Spalte ist und später ein Umbau. - **Aufgaben (VTODO)** werden von Anfang an gespeichert und über CalDAV angeboten; die Ansicht in Aether kommt später. Muss vorher feststehen, weil jeder Kalender dem Client meldet, was er kann – nachträglich richten die Clients ihre Konten neu ein. - **Ändern statt neu erzeugen**, sobald unsere eigene Oberfläche schreibt. - Anhänge sind kein Ziel. Falls doch, dann als Verweis in Aethers Dateien – nie als eingebettete Datei in der `.ics`. - Erinnerungen weckt die App auf dem Telefon. Browser-Benachrichtigungen in der Weboberfläche: nett für später, kein Drang. ## Entscheidung: ein Modul in Aether, kein eigener Dienst Der Grund ist genau das, was bei Radicale gefehlt hat. **Ein CalDAV-Client kann kein OIDC.** DAVx5, Thunderbird und die Kalender-App melden sich mit Benutzername und Passwort an – ein Anmeldefenster im Browser gibt es dort nicht. Wer OIDC für CalDAV sucht, sucht etwas, das es so nicht gibt. Die richtige Antwort sind **App-Passwörter**, und die hat Aether schon: Das WebDAV unter `/dav/` läuft bereits darüber. Damit ist die Rechnung einfach: | | Radicale o. ä. | Modul in Aether | |---|---|---| | Anmeldung Oberfläche | eigenes Konzept, kein OIDC | PocketID, schon da | | Anmeldung DAVx5 | eigene Nutzerdatei | App-Passwörter, schon da | | Reverse Proxy, TLS | zusätzlicher Eintrag | schon da | | Sicherung | zweiter Datenbestand | dieselbe Datenbank | | Oberfläche | im Grunde keine | die, die wir bauen | ## Was die Bibliothek abnimmt `github.com/emersion/go-webdav` (v0.7.0, Oktober 2025) bringt einen CalDAV-Handler mit. Nachgesehen, nicht angenommen: - Der Handler beantwortet `PROPFIND`, `OPTIONS` und `REPORT` selbst und liest `calendar-query` wie `calendar-multiget`. - `caldav.Filter()` wendet die Filter der Anfrage auf die Termine an. - **Der Zeitraumfilter löst Wiederholungen auf:** `matchCompTimeRange` ruft `comp.RecurrenceSet(loc)`, und go-ical stützt sich dafür auf `teambition/rrule-go`. Genau der Teil, vor dem ich gewarnt hatte – „jeden zweiten Dienstag, über die Zeitumstellung hinweg" – steckt in der Bibliothek und nicht in unserem Code. Zu erfüllen ist eine Schnittstelle mit **neun Methoden** plus dem Nutzer-Principal: CalendarHomeSetPath · CreateCalendar · ListCalendars · GetCalendar GetCalendarObject · ListCalendarObjects · QueryCalendarObjects PutCalendarObject · DeleteCalendarObject Das ist Speicherarbeit, keine Protokollarbeit. Die Einschätzung „zwei Wochen bis DAVx5 läuft, danach ein halbes Jahr Kleinkram" gilt für einen Server von Grund auf – hier nicht. ## Datenmodell Zwei Tabellen, mehr braucht es nicht: - `calendars` – Besitzer, Name, Farbe, Zeitzone, `ctag` (ändert sich bei jeder Änderung, daran erkennt der Client, dass es etwas Neues gibt). - `calendar_objects` – Kalender, UID, **das `.ics` roh und unverändert**, `etag`, dazu abgeleitet `dtstart`/`dtend` und ein Kennzeichen, ob eine Wiederholung dranhängt. **Die wichtigste Regel: das `.ics` byte-genau speichern, wie der Client es geschickt hat.** Nicht zerlegen und neu zusammensetzen – sonst gehen Eigenschaften verloren, die wir nicht kennen (Anhänge, Teilnehmerstatus, Herstellerfelder), und beim nächsten Abgleich fehlt etwas, das vorher da war. Die abgeleiteten Spalten sind nur zum Vorsortieren da. ## Phasen | | Inhalt | Stand | |---|---|---| | **1** | CalDAV lesend und schreibend, ein Kalender, Anmeldung über App-Passwörter, Auffindpfade (`/.well-known/caldav`, `current-user-principal`, `calendar-home-set`). Ziel: DAVx5 gleicht ab. | ✅ | | **2** | Mehrere Kalender, Farbe, Umbenennen, Löschen. Export als `.ics`, Import einer bestehenden Datei. | ✅ | | **3** | Weboberfläche in Aether: Monat, Woche, Liste; Termin anlegen, ändern, löschen. Der Teil, der Spaß macht – und dessen Fehler man **sieht**. | ✅ | | **4** | `sync-collection` ✅, Teilen mit anderen Nutzern ✅. Aufgabenansicht und Abo-Link vertagt → [IDEAS.md](IDEAS.md). Kalender in der HoneyOS-Leiste: **widerspricht einer Entscheidung in HoneyOS**, siehe unten. | im Wesentlichen erledigt | | **5** | Kontakte (CardDAV). Dieselbe Maschinerie, dieselbe Bibliothek – und **einfacher**, weil es dort keine Wiederholungen gibt. | später entscheiden | Über die Phasen hinaus dazugekommen, weil es sich beim Prüfen als nötig erwies: - **Termin umhängen** in einen anderen Kalender, unter Erhalt der UID – per Ziehen in der Oberfläche, am Handy mit langem Drücken. - **Einzelnen Termin aus einer Reihe streichen** (`EXDATE`), statt nur die ganze Reihe löschen zu können. - **`getctag` und `calendar-color`**, die go-webdav nicht kennt: aus der Anfrage genommen und der Antwort selbst wieder angehängt (`internal/calendar/propfind.go`). - **Kalender vom Client aus verwalten** – `MKCALENDAR`, erweitertes `MKCOL`, `PROPPATCH`, `DELETE` einer Sammlung (`internal/calendar/collections.go`). Dafür Migration 23: Bei `MKCALENDAR` sucht der Client die Adresse aus, die seither in `path_segment` steht. Leer = es gilt weiterhin die UUID, damit eingerichtete Geräte ihre Kalender unter der gewohnten Adresse behalten. - **Zwei Selbsttests**, einer je Zugangsweg: `scripts/kalender-selbsttest.py` (JSON, 36 Prüfungen) und `scripts/caldav-selbsttest.py` (CalDAV, 62). Beide Wege führen auf dieselben Daten, aber über völlig verschiedenen Code – ein grüner Lauf des einen sagt nichts über den anderen. ## Abgleich nur der Änderungen (Phase 4, erledigt 12.09.2026) Bis hierher lief jeder Durchgang so: Der Client fragt das `ctag` ab, sieht es verändert und holt daraufhin die **volle** Terminliste. Eine verschobene Besprechung kostet damit denselben Verkehr wie ein Neuanfang – bei einem Jahr Termine, jedes Mal, alle fünfzehn Minuten. Bezahlt wird das in Akku und Datenvolumen des Telefons. `sync-collection` (RFC 6578) dreht das um: Der Client sagt „ich bin auf Stand 41" und bekommt zurück, was seither geschah, plus ein neues Token. **Kein zweiter Zähler.** Das `ctag` *ist* bereits eine Zahl je Kalender, die bei jedem Schreiben um eins steigt – also genau die Sequenz, die hier gebraucht wird. Jedes Objekt merkt sich in `sync_seq` den Stand, bei dem es zuletzt angefasst wurde. Ein eigener Sync-Zähler daneben wäre eine zweite Wahrheit über denselben Sachverhalt gewesen, und zwei Wahrheiten laufen auseinander. **Grabsteine.** Eine gelöschte Zeile kann nicht mehr erzählen, dass es sie gab. `cal_tombstones` hält deshalb UID und Stand jedes gelöschten Termins fest – sonst bliebe er auf jedem Gerät stehen, das während des Löschens nicht verbunden war. Das ist der teuerste Fehler dieser Art, weil er unsichtbar ist. Grabsteine stehen 180 Tage; beim Räumen wandert `sync_floor` mit. Ein Token darunter lässt sich nicht mehr vollständig beantworten, und dann ist die ehrliche Antwort `403 ` – der Client gleicht daraufhin voll ab. Eine lückenhafte Antwort wäre schlimmer als eine Absage: Der Client hielte sie für den ganzen Unterschied. Drei Feinheiten, die beim Bauen auffielen: - **Beim ersten Abgleich keine Grabsteine.** Wer den Kalender noch gar nicht kennt, braucht keine Löschmeldungen für Termine, die er nie gesehen hat. - **Auferstehung.** Wird eine gelöschte UID neu angelegt, muss ihr Grabstein weg – sonst bekäme der Client die Datei und ihre Todesmeldung im selben Zug. - **Anführungszeichen am ETag stehen außerhalb der Maskierung.** `xml.EscapeText` macht daraus sonst `"`; gültiges XML, aber genug Clients vergleichen ETags als rohe Zeichenkette und sähen bei jedem Durchgang eine Änderung. Dazu zwei Eigenschaften, die go-webdav gar nicht kennt und die jetzt denselben Weg gehen wie `getctag` und `calendar-color` (`propfind.go`): `sync-token` und `supported-report-set`. Ohne die zweite probiert DAVx5 `sync-collection` nicht einmal aus. Geprüft in `scripts/caldav-selbsttest.py` (86 statt 62 Prüfungen), darunter der Fall, auf den es ankommt: *ohne Änderung kommt nichts zurück*. ## Teilen – drei Bedeutungen, zwei davon gehen „Geteilter Kalender" meint je nach Person etwas anderes: 1. **Derselbe Kalender auf mehreren Geräten.** Das ist der Sinn der Sache und ab Phase 1 da. 2. **Ein Kalender, den ein anderer Nutzer sieht** – lesend oder schreibend, wie das Teilen in Nextcloud. ✅ **12.09.2026.** Gebaut wurde es **nicht** als eigene Tabelle, wie hier ursprünglich geplant. `acl_entries` beantwortet für Ordner und Dateien längst genau diese Frage – wer darf was, direkt oder über eine Gruppe. Ein zweites Rechtesystem daneben hieße zwei Antworten auf dieselbe Frage, mit eigener Gruppenauflösung, eigenem Widerruf, eigenem Prüfpfad; die Lücke dazwischen fällt erst auf, wenn jemand sieht, was er nicht sehen soll. Migration 25 hängt deshalb nur eine dritte Ressourcenspalte an (`resource_calendar_id`). Der Gewinn dabei: **Freigeben an eine Gruppe kostete keine Zeile extra.** Drei Entscheidungen, die nicht offensichtlich waren: * **Ein fremder Kalender steht immer unter seiner UUID**, nie unter dem Pfadsegment des Eigentümers. Das Segment hat sich der Eigentümer ausgesucht („…/arbeit/"), und zwei Leute dürfen denselben Namen wählen – im Kalenderbestand des Empfängers lägen dann zwei Kalender auf derselben Adresse (`Access.Ref`). * **Alle Wege laufen durch `RequireCalendar`.** CalDAV und die Weboberfläche sind zwei getrennte Zugänge zu denselben Daten; ein Recht, das nur einer von beiden prüft, ist kein Recht. Im CalDAV-Teil genügte dafür, `resolveCalendar` umzustellen – dort kommt jede Operation vorbei. * **Wer ein Recht geliehen hat, darf es nicht weiterverleihen.** Auch mit Schreibrecht bleiben Umbenennen, Löschen und Freigeben beim Eigentümer. Geprüft in `scripts/kalender-teilen-selbsttest.py` (41 Prüfungen), und zwar jede über **beide** Zugänge. Der Test beginnt damit, dass der Empfänger vorher nichts sieht – ohne diesen Anfang beweist der Rest nichts. 3. **Ein Kalender an der Adresse eines Links**, den jemand ohne Konto abonnieren kann – nur lesend, wie ein Freigabelink für Dateien. Klein, und Aether hat die Freigabelinks schon. **Vertagt am 12.09.2026** – kein Anlass, solange es nur ein Konto gibt. Die Überlegung samt der drei Dinge, die daran nicht trivial sind, steht in [IDEAS.md](IDEAS.md). Was **nicht** kommt: Einladungen per E-Mail (iMIP/iTIP) und Frei/Belegt-Abfragen über Serviergrenzen hinweg. Das ist der Teil, an dem Groupware groß und kompliziert wird – und der einzige, der wirklich wehtut. ## Kalender in der HoneyOS-Leiste – steht im Widerspruch Der Punkt steht seit dem ersten Entwurf in Phase 4. Beim Nachsehen am 12.09.2026 stellte sich heraus: **HoneyOS hat sich am 29.08.2026 dagegen entschieden.** In `honey-os/IDEAS.md`, Abschnitt „Bewusst nicht geplant": > **Keine Widgets, die Daten aus Aether oder InkNote holen** (gestrichen > 29.08.2026). […] der Weg über den HoneyBar-Proxy zeigt HoneyOS in den Apps, > statt die Apps in HoneyOS nachzubauen. Dazu die Grenze, die dort gezogen wurde: *„Nichts, was in einer App lebt, darf hier ein zweites Zuhause bekommen."* Zwei Pläne, zwei Richtungen – das gehört entschieden, nicht gebaut. Zur Vollständigkeit, was sich seither geändert hat: Der **technische** Grund ist weg. Seit dem 29.08.2026 liegen Aether und HoneyOS unter derselben Domain, die Sitzung wird also mitgeschickt; die Leiste läuft ohnehin *in* Aethers Seite und könnte den Kalender dort gleichursprünglich abfragen, ohne CORS und ohne einen zweiten Schlüssel. Übrig bleibt der **inhaltliche** Grund, und der ist der eigentliche: Soll der Schreibtisch Inhalte der Apps zeigen oder nicht? Solange das offen ist, bleibt der Punkt hier stehen und wird nicht gebaut. ## Felder – was ein Termin mitbringt Alles aus RFC 5545, und wir müssen dafür nichts „unterstützen": Wir speichern die Datei unverändert, also überleben auch Felder, die wir nicht kennen. RRULE/EXDATE Wiederholung · DESCRIPTION Notiz · LOCATION Ort VALARM Erinnerung · CATEGORIES · CLASS privat/öffentlich ATTENDEE Teilnehmer (gespeichert, aber niemand wird eingeladen) DTSTART ohne Uhrzeit = ganztägig **Die Regel, die Daten rettet:** Sobald unsere Oberfläche einen Termin ändert, wird die vorhandene Datei eingelesen, die angefassten Felder ersetzt und der Rest unberührt zurückgeschrieben. Nie neu erzeugen. Sonst verschiebt man am Rechner einen Termin um eine Stunde und die Erinnerung, die das Telefon angelegt hatte, ist weg – und das fällt erst Wochen später auf. ## Clients, gegen die geprüft wird | Client | Prüft | |---|---| | **DAVx5 → Samsung Kalender** | der Hauptweg. DAVx5 schreibt in Androids Kalenderspeicher, Samsung Kalender liest daraus. In der App unter „Kalender verwalten" einmal sichtbar schalten, und DAVx5 von der Akkuoptimierung ausnehmen. | | **Tasks.org** | Aufgaben. Androids Kalenderspeicher kennt keine – ohne so eine App bietet DAVx5 die Aufgabenlisten gar nicht erst an, und **Samsung Kalender zeigt sie nie**. | | **Thunderbird** | der gutmütige Prüfstein am Rechner, Termine und Aufgaben nebeneinander. | | **Vivaldi** | Marcs Browser bringt einen CalDAV-Kalender mit. Wie eigenwillig er ist, wissen wir noch nicht. | | **HoneyOS** | braucht **kein** CalDAV: Kachel und Leiste fragen Aethers eigene JSON-Schnittstelle. CalDAV ist für fremde Programme. | ## Standards und Vorbild RFC 5545 das .ics-Format RFC 4791 CalDAV (PUT, REPORT, calendar-query) RFC 6764 /.well-known/caldav – damit reicht dem Client der Hostname RFC 5397 current-user-principal: „wer bin ich, wo liegen meine Kalender" RFC 6578 sync-collection: nur Änderungen holen RFC 6352 CardDAV, falls Kontakte dazukommen Wo der Standard Spielraum lässt, halten wir es wie **SabreDAV**: Nextcloud und Baïkal stehen beide darauf, das ist also das Verhalten, an das die Clients gewöhnt sind. Radicale ist zum Nachlesen gut – kurzer Code –, aber es ist nicht die Fassung, gegen die getestet wurde. ## Kein Plugin – aber ausklinkbar gebaut Der Projektplan legt es selbst fest (Abschnitt 8): *„ERST sauberer Core. Extension-Points erst definieren, wenn der Core stabil ist. Kernfeatures bleiben erstklassig, nicht als Plugin."* Ein Plugin-System zu bauen, um darauf den Kalender zu setzen, drehte diese Reihenfolge um – und ein Kalender wäre sein erster und einziger Nutzer, also entstünde die Schnittstelle nach genau einem Fall. Stattdessen so gebaut, dass er später herauszulösen ist: - eigenes Paket `internal/calendar`, eigene Migrationen, eigene Routen - angeschlossen in **einer** Zeile in `main.go` - greift nach außen nur auf `auth` und `acl` zu, nicht in andere Pakete hinein - abschaltbar: kein Kalender aktiv → keine Routen, kein Menüpunkt Damit ist er der natürliche erste Kandidat, wenn es das Plugin-System einmal gibt – ohne dass wir es vorher erfinden. ### Die Grenzen, an denen sich das entscheidet Kein System, sechs Regeln: 1. **Niemand importiert `internal/calendar`.** Kein `files`, kein `sharing`, kein `admin`. Der Kalender ist Blatt im Baum, nie Ast. 2. **Der Kalender importiert nur `auth`, `acl` und `pkg/…`** – dieselben Hilfsmittel wie jeder andere Bereich, aber keine fremde Fachlogik. 3. **Alles unter einem Präfix**: `/api/v1/calendar/…` für die Oberfläche, `/caldav/…` für die Geräte. Keine Route irgendwo dazwischen. 4. **Eigene Tabellen, erkennbar benannt** (`cal_calendars`, `cal_objects`, `cal_shares`, `cal_view`). Keine Spalte in einer bestehenden Tabelle. 5. **Abschaltbar**: aus heißt keine Routen, kein Menüpunkt, keine Migration, die etwas anderes anfasst. 6. **Keine Änderung an bestehenden Paketen**, außer der einen Zeile in `main.go` und dem Eintrag in der Ansichtsliste des Frontends. Regel 1 lässt sich festhalten statt hoffen: ein kleiner Test, der die Importe durchgeht und fehlschlägt, sobald ein anderes Paket den Kalender zieht. Damit merkt man die Grenzüberschreitung beim Bauen und nicht in zwei Jahren beim Herauslösen. **Migrationen** bleiben in der fortlaufenden Nummerierung des Kerns (`000021_calendar…`). Eine zweite Versionstabelle wäre sauberer für ein echtes Plugin, aber für eine persönliche Cloud ist sie Aufwand ohne Gegenwert – und die Dateinamen sagen ohnehin, wozu sie gehören. ## Teamkalender über Gruppen Aether kennt bereits Gruppen samt Gruppenordnern, und `acl.Access` trägt einen **Prinzipal** statt eines Eigentümers – ein Konto *oder* eine Gruppe (`IsGroup`). Genau das nehmen wir: | Zweck | Weg | |---|---| | **Teamkalender** | Kalender gehört einer Gruppe. Wer in der Gruppe ist, hat ihn – ohne einzelne Freigaben. Angelegt in den Admin-Optionen, wie Gruppenordner. | | **Persönlich teilen** | Freigabe an ein einzelnes Konto, mit Recht `read` oder `write`. In der Oberfläche ein Schalter „darf auch schreiben". | Beides läuft über dieselbe Prüfung wie bei Dateien: `resolveCalendar` nach dem Vorbild von `files.resolveFile`. Kein zweites Rechtekonzept. ## Oberfläche **Mehrere Kalender gleichzeitig** – das ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Die Ansicht legt sie übereinander; jeder Termin trägt die Farbe seines Kalenders. **Sichtbarkeit mit einem Klick**, wie in Google Kalender und der Samsung-App: runder, in der Kalenderfarbe gefüllter Haken in der Liste. Klick = an, Klick = aus. **Serverseitig je Nutzer gespeichert**, damit es am Rechner und am Handy gleich aussieht – dafür eine Tabelle: kalender_ansicht nutzer_id, kalender_id, sichtbar, reihenfolge, farbe_eigen Das `farbe_eigen` ist geschenkt, wenn die Zeile ohnehin existiert: Ein geteilter Kalender darf bei dir grün und beim anderen blau sein – so macht es Google auch. **Wichtig:** Diese Einstellung gilt für *unsere* Oberfläche. Was das Telefon anzeigt, entscheiden DAVx5 und Samsung Kalender selbst; darauf haben wir keinen Zugriff. ## Farben Zwei verschiedene Dinge, die man leicht verwechselt: - **Farbe des Kalenders** – das, was du in der Samsung-App siehst. Im Protokoll `calendar-color` aus Apples Namensraum. Steht in keinem RFC, ist aber de-facto-Standard: Nextcloud, Thunderbird und DAVx5 können es. **Geht.** - **Farbe eines einzelnen Termins** – `COLOR` aus RFC 7986. In unserer eigenen Oberfläche jederzeit möglich; wie weit DAVx5 und Samsung Kalender das weiterreichen, ist offen und muss am Gerät geprüft werden. Geschrieben wird sie als CSS3-**Name** (`tomato`), nicht als Hex-Wert – so verlangt es RFC 7986, und so liest DAVx5 sie. Der genaue Wert steht zusätzlich in `X-AETHER-COLOR`, damit die eigene Palette verlustfrei zurückkommt. **Am Gerät geprüft (06.09.2026):** Die Kalenderfarbe kommt an – aber erst, nachdem in DAVx5 einmal *Kalenderliste aktualisieren* angetippt wurde. Beim normalen Abgleich fragt DAVx5 `calendar-color` gar nicht ab; ein Mitschnitt der Anfragen hat das gezeigt. Wer das nicht weiß, sucht den Fehler auf der Serverseite, wo keiner ist. **Emojis im Kalendernamen** sind kein Protokollthema – der Name ist Text. „🏠 Haushalt" kommt überall an. ## Migrationen: geprüft, was bei einem Fehler wirklich passiert Nicht angenommen, sondern nachgestellt: eine absichtlich kaputte Migration in einer Wegwerf-Datenbank laufen lassen. Ergebnis, damit hier niemand rät: 1/u ok error: relation "cal_calendars" already exists → schema_migrations steht auf version=2, dirty=true → jeder weitere Start: "Dirty database version 2. Fix and force version." **Der zweite Teil ist der eigentliche Befund:** Die eine kaputte Datei bleibt nicht lokal begrenzt. `main.go` bricht bei einem Migrationsfehler mit `log.Fatal` ab – das gilt für **jede** Migration, nicht nur für die des Kalenders, und stand schon vor diesem Vorhaben so im Code. Eine hängende Migration verhindert also den Start der ganzen Cloud, bis jemand von Hand `migrate force ` ausführt. Genau das darf einem „Extra" nicht passieren – deshalb drei Sicherungen, bevor die erste Kalendermigration überhaupt geschrieben wird: 1. **Nur `CREATE TABLE IF NOT EXISTS`, nie `ALTER` an Fremdem.** Idempotent: Selbst wenn eine Datei mitten in einem Mehr-Tabellen-Schritt abbricht, ist ein erneuter Lauf nach `migrate force` ein Nichts-tun statt eines zweiten Fehlers. 2. **Erst auf der Dev-Instanz, hoch und runter**, mit denselben 40 bestehenden Migrationen davor – nicht in einer leeren Testdatenbank wie beim Nachstellen hier. 3. **Ein `pg_dump` vor dem ersten produktiven Ausrollen.** Sekundensache, und die Rückversicherung für den Fall, den die ersten beiden Punkte eigentlich schon ausschließen sollen. Und für den Fall, dass es trotzdem einmal passiert – nicht nur beim Kalender, bei jeder künftigen Migration –, gehört die Notfallzeile in `TESTING.md`: docker exec aether-db psql -U aether -d aether \ -c "UPDATE schema_migrations SET dirty=false;" Kein Datenverlust dabei: Die fehlgeschlagene Migration lief in einer Transaktion und wurde zurückgerollt (im Test oben existierte `cal_calendars` danach nicht) – die Zeile hebt nur die Sperre auf, nichts sonst. ## Die Notausfahrt Ein Kalender, der lautlos einen Termin verschluckt, ist schlimmer als einer, der ausfällt. Deshalb: - **Export als `.ics` je Kalender ist Teil von Phase 2, nicht später.** Solange du deine Termine jederzeit herausbekommst, ist keine Entscheidung endgültig. - Auf Wunsch zusätzlich als Verzeichnis mit einer Datei je Termin – das ist der Aufbau, den Radicale liest. Umziehen wäre dann ein Kopiervorgang. - Tests mit echten Anfragen, die DAVx5 stellt (mitgeschnitten, nicht erfunden), und eine Prüfliste in `TESTING.md` fürs Telefon. ## Offene Fragen 1. Wie viele Kalender – einer, oder getrennt nach Privat/Arbeit/Geburtstage? 2. Aufgaben mit dazu (VTODO), oder reine Termine? 3. Der Kalender in der HoneyOS-Leiste: nur der nächste Termin, oder eine eigene Kachel? 4. Kontakte: ernsthaft geplant oder erst mal offenlassen? Es ändert nichts an Phase 1–3, nur an der Benennung der Pakete.